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Als Filmmusikkomponist und Oscar-Preisträger Hans Zimmer im Frühjahr 2016 erstmals auf Konzertreise ging, waren die Arenen in den großen europäischen Städten restlos ausverkauft. Auch bei seinem Festival-Debüt auf dem Coachella Festival in Kalifornien riss er das US-amerikanische Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Am vergangenen Freitag nun debütierte Hans Zimmer auf seiner erneuten Welttournee mit Stopps in seiner Wahlheimat USA sowie in Australien und Neuseeland in einem Stadion, und zwar in der großzügig bestuhlten Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main.

Es ist jedes Mal ein Abenteuer für Hans Zimmer, aus den Tiefen seines Studios hinaus live mit seiner Musik, seiner Band, Orchester und Chor vor seine Fans zu treten. Auch in Frankfurt überwand der Weltstar und gefragte Hollywood-Filmmusikkomponist ein weiteres Mal sein Lampenfieber. Bereits zu Anfang des Konzertes konnte der „Frankfurter Bub“ zwar unspektakulär, aber mit viel Charme, dem Hinweis auf seinen Geburtsort und mit einem Trikot der Frankfurter Eintracht unter seinem Hemd das anfänglich reservierte und abwartende Publikum erreichen. Mit seinen über 60 Musikern auf die Bühne und seinen großen Welterfolgen aus „Fluch der Karibik“, „The Dark Knight“, „Rain Man“, „Gladiator“, „The Da Vinci Code“, „Inception“, „König der Löwen“ und vielen weiteren Filmen konnte er dann die über 19.000 Konzertbesucher restlos überzeugen.

Mit seiner Band, Chor, Orchester und Solisten tauchte Hans Zimmer die Commerzbank-Arena mit ganz leisen Tönen in Stille, um sie im nächsten Augenblick zum Beben zu bringen: Im ersten Teil seines Konzertes präsentierte Zimmer seine klassischen Filmmusiken, wobei bei „Gladiator“ die australische Sängerin Lisa Gerrard, die bereits bei der Original-Filmmusik mitwirkte, begleitet wurde. Bei „König der Löwen“ wehte ein Hauch von Afrika durch die Arena, als Lebo M und seine Tochter Refilwe Morake ihren Gesang beisteuerten. Ausgelassene Tanz-Stimmung kam auf, als die Anfangstöne und das Video zu „Video Killed The Radio Star“ gezeigt wurden, an dem Hans Zimmer in jungen Jahren beteiligt war und mitgewirkt hat. Für diesen Titel der Gruppe The Buggles lud er sich extra für Frankfurt den damaligen Mitbegründer der Band, Trevor Horn, ein, der ihn am Bass unterstützte. Zum Abschluss des ersten Teils gab es dann noch den Soundtrack aus „Fluch der Karibik“, der gespickt mit Solo-Einlagen einfach jeden Zuhörer mitriss.

Als sich zu Beginn des zweiten Teils dann die Dunkelheit über die Arena legte, erlebten die Zuschauer für die Konzertbühne seine Superhelden-Titel aus „Wonder Woman“ und „The Amazing SpiderMan 2“. Außerdem gab Hans Zimmer noch neu arrangierte Monumental-Versionen aus der „The Dark Knight“-Trilogie und „Inception“ zum Besten.

Das Besonderen an diesem Konzert eines Filmmusik-Komponisten ist, dass er dabei sein Orchester nicht dirigierte, sondern selbst das Klavier, das Banjo oder die Gitarre spielte, moderierte und mit charmanten Anekdoten durch seine Musikauswahl führte. Hans Zimmer mit seiner 15-köpfigen Band, darunter Jonny Marr´s Sohn Nile an der Gitarre, begleitet von einem Orchester und einem Chor, ist für Filmmusik-Liebhaber, aber auch Liebhaber klassischer und experimenteller Musik ein wirklicher Höchstgenuss.

www.hans-zimmer.com
www.semmel.de

Autor & Bilder: Jens Bernhard & Dr. Wolf Gust

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